Schwergutflotte erweitert

06.10.2011

Haren (Ems) - Mit MS "RAN J" hat die Reederei Jüngerhans das vierte und vorerst letzte Schiff einer Serie moderner Schwergutschiffe mit einer Tragfähigkeit von 14.300 Tonnen (tdw) und einer kombinierten Krankapazität von 800 Tonnen von der chinesischen Werft Sainty Marine übernommen. Unter dem Charternamen MS "INDUSTRIAL FORCE" wird der Neubau, ebenso wie auch alle übrigen Schwergutschiffe der Jüngerhans-Flotte, direkt nach der Werftablieferung eine bereits 2007 vereinbarte Charterbeschäftigung für mindestens drei Jahre bei Industrial Maritime Carriers antreten. Die US-Reederei ist ein Unternehmen der Intermarine-Gruppe, die weltweit zu den führenden Anbietern für Projekt- und Schwergutladungen zählt.

Die in Haren (Ems) ansässige Reederei wird in vierter Generation von den Brüdern Herm und Stefan Jüngerhans geleitet. "Wir sehen uns mit unserer jungen und diversifizierten Flotte in den beiden Segmenten Container- und Schwergutschifffahrt in verschiedenen Größen- und Leistungsklassen gut aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet", erläutert Herm Jüngerhans die Flottenstrategie der traditionsreichen Familienreederei.

Mehrere unabhängige Experten kommen in ihren Studien zu dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach Spezialtransporten für Projekt- und Schwergutladungen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Zugleich sei mit einem vergleichsweise geringen Flottenwachstum zu rechnen, da aufgrund eines hohen Durchschnittsalters der Mehrzweckfrachterflotte ein großes Potenzial für Verschrottungen bestehe. Vor allem aber wird demnach der Bedarf nach modernen Schiffen mit speziellen Leistungsmerkmalen zunehmen, da dies für den Transport besonders hochwertiger Spezialladungen sowohl von Verladern als auch von Transportversicherern verlangt werde. Durch den Zusammenbruch einer Schwergutreederei, die sich bis dato zu den Marktführern zählte, musste im Frühjahr dieses Jahres für einen Großteil der dort beschäftigten Flotte eine neue Beschäftigung gesucht werden. Innerhalb nur weniger Tage waren sämtliche freien Schiffe vom Chartermarkt aufgenommen. Durch die hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten ergaben sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten, zumal andere Marktteilnehmer die Situation umgehend für die Erweitung ihrer Kapazitäten nutzten. Seit über einem Jahr zeige sich der Zeitchartermarkt für Schwergutschiffe stabil. Der Zusammenbruch einer der größten Schwergutreedereien war somit zugleich ein Beleg für einen insgesamt sehr intakten und auf der Nachfrageseite überaus robusten Markt.

Im März 2011 hatten die in London ansässigen Analysten von Drewry für den Bereich der Projektladungen bis 2015 ein jährliches Wachstum von rund 11 Prozent prognostiziert. Damit gehört dieser Nischenmarkt zu einem der am stärksten wachsenden Schifffahrtssegmente. In einer Studie vom April 2011 wurden die Segmente der Projekt- und Mehrzweckladung auch vom Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) als "mittel- und langfristige Wachstumsmärkte" betitelt.

Für das bereits im August in Fahrt gegangene Schwesterschiff MS "SENDA J", das unter dem Charternamen MS "INDUSTRIAL FAITH" zu gleichen wirtschaftlichen Bedingungen betrieben wird, soll es demnächst ein Beteiligungsangebot für private Investoren geben. Eine Beteiligung wird ab 20.000 Euro möglich sein. Bereits für 2012 werde eine erste Ausschüttung in Höhe von 8 Prozent prognostiziert. Zuletzt war Anfang des Jahres mit MS "ERIS J" ein baugleiches Schwesterschiff aus der Serie innerhalb von fünf Monaten platziert worden. Die Nachfrage war am Ende so groß, dass nicht alle Interessenten als Gesellschafter aufgenommen werden konnten. Der neue Fonds soll daher vorab diesem Personenkreis angeboten werden. Einige Marktteilnehmer hatten angesichts der Situation an den Finanzmärkten zunächst spekuliert, ob es überhaupt möglich sein würde, einen klassischen Schiffsfonds in dieser Zeit zu platzieren. "Mit einem soliden Angebot und den richtigen Partnern kann man natürlich auch weiterhin Anleger von den Vorzügen einer Schiffsbeteiligung überzeugen", ist sich Stefan Jüngerhans sicher.

Die Flotte der Reederei Jüngerhans ist mit dem aktuellen Neubau auf aktuell 50 Schiffe angewachsen. In diesem Jahr blickt man bei der Reederei Jüngerhans auf das vierzigste Jubiläum des ersten selbst aufgelegten Schiffsfonds zurück. Insgesamt wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten 100 Schiffe in Fahrt gesetzt. Davon konnte bisher die Hälfte wieder erfolgreich verkauft und die Beteiligungen mit positiver Rendite für die Anleger beendet werden. Damit schneiden die Fonds der Reederei Jüngerhans im Marktvergleich stets gut ab. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von nur 6,9 Jahren ergab sich durchschnittlich ein Vermögenszuwachs nach Steuern von rund 10,4 Prozent pro Jahr.